Was tun bei Vereitelung des Umganges durch den anderen Elternteil?

Wenn einem Elternteil der Umgang mit dem Kind verwehrt wird, kann dieser den Umgang auf verschiedene Arten erwirken:

  1. Zunächst einmal kann ein Unterhaltstitel vollstreckt werden, der jedoch unbedingt ausreichend bestimmt sein muss.
  2. Bei Vorlage eines solchen Unterhaltstitels kann außerdem eine Umgangspflegschaft durch das Familiengericht angeordnet werden. Die Bestellung eines Umgangspflegers, der die Umsetzung der gerichtlichen Umgangsregelung betreut, zeichnet sich dadurch aus, dass hierfür kein Nachweis einer Kindeswohlgefährdung, sondern nur der Verletzung einer Pflicht gem. § 1684 Abs. 2 BGB durch das andere Elternteil erforderlich ist.
  3. Auch die Verhängung von Ordnungsgeld und -haft zur Durchsetzung eines Umgangstitels ist möglich.
  4. Als ultima ratio können dem betreuenden Elternteil letztendlich auch das Umgangs- und Aufenthaltsbestimmungsrecht als Teil der elterlichen Sorge entzogen werden – diese häufig von den Gerichten als unverhältnismäßig gesehene Maßnahme findet jedoch wenig Anwendung.

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Andrea Krafft – Anwältin für Familienrecht