Familienrecht – Veröffentlichung von Kinderfotos in sozialen Netzwerken

Immer häufiger streiten sich die getrennt lebenden Eltern über die Veröffentlichung von Kinderfotos in sozialen Netzwerken. Dabei ist den Elternteilen, die die Fotos der gemeinsamen Kinder veröffentlichen, häufig nicht klar, welche mannigfache Missbrauchsmöglichkeiten bestehen. Trotz der eindringlichen Warnungen der Sicherheitsbehörden vor z.B. der nicht mehr kontrollierbaren Verbreitung der Bilder auf dubiosen Webseiten oder im Darknet und vor allem der Verbreitung in einem falschen Kontext, ist die Veröffentlichung der Kinderfotos sehr beliebt.

Sind sich die Eltern über die Veröffentlichung der Kinderfotos nicht einig und veröffentlicht ein Elternteil trotz Unterlassungsaufforderung Fotos in sozialen Netzwerken oder auf öffentlichen Plattformen, kann sich der andere Elternteil gemäß § 1628 BGB die Alleinentscheidungsbefugnis übertragen lassen, so dass dieser Elternteil das Recht zur Geltendmachung von gerichtlichen Unterlassungsansprüchen gemäß § 1004 Abs.1 S.2 BGB i.V.m. § 823 Abs. 2 BGB, §§ 22, 23 KUG zur Alleinausübung übertragen erhält. Hintergrund ist, dass das minderjährige Kind noch nicht die erforderliche Einsichtsfähigkeit hat, um in der Veröffentlichung dessen Bilder im Internet einwilligen zu können und über seine durch das Recht am eigenen Bild vermittelte Privatsphäre zu verfügen. Diese erforderliche Einsichtsfähigkeit ist in der Regel auch erst mit Vollendung des 14. Lebensjahr anzunehmen, wobei im Einzelfall zu entscheiden sein wird.