Sicherung des Nacherben

Viele Ehegattentestamente sind in der Form des sog. „Berliner Testamentes“ verfasst. Das bedeutet, dass im Todesfall des erstversterbenden Elternteils der verbleibende Ehegatte zunächst Erbe des gesamten Vermögens ist. Die Kinder sollen erst nach dem Tode des letzten Elternteils erben.

Diese Variation des Testamentes lässt oft offen, ob es sich um ein Voll- und Schlusserbe oder eine Vor- und Nacherbschaft handeln soll. Gerade im Fall der Vor- und Schlusserbschaft erbt der verbleibende Ehegatte zunächst alles, muss aber die Erbschaft quasi an die Nacherben (mit Einschränkungen) weitergeben und verwahren.

Das Prinzip der Vor- und Nacherbschaft besteht darin, dass der Vorerbe das vom Erblasser stammende Vermögen für die Zeit seiner Vorerbschaft nutzen darf, er jedoch den Stamm des ererbten Vermögens zu Lasten des Nacherben nicht weggeben darf. Die Erhaltung des Vermögens und der damit verbundene Schutz des Nacherben während der Zeit der Vorerbschaft wird im Wesentlichen durch zwei gesetzliche Vorgaben sichergestellt: Der Vorerbe darf nach § 2113 Abs. 2 BGB die ihm gleichsam zu treuen Händen übergebenen Nachlassgegenstände zum einen nicht verschenken und er darf nach § 2113 Abs. 1 BGB keine wirksamen Verfügungen über Grundstücke tätigen.

Viele Vorerben wissen das aber genauso wenig wie die Nacherben und handeln nicht mit böser Absicht, wenn sie die Immobilie veräußern und den Verkaufserlös verbrauchen. Immerhin sind sie als Vorerben als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Um hier die Ansprüche des Nacherben zu sichern, besteht die Möglichkeit, einen sog. Nacherbenvermerk im Grundbuch eintragen zu lassen. Das Grundbuch hat eine öffentliche Wirkung, so dass jeder Käufer durch die Eintragung in das Grundstück informiert ist.

Um Ihre Ansprüche zu sichern, wenden Sie sich gern an mich. Als Anwältin Erbrecht mache ich mich für Ihr Recht stark.